>GPRS
Kurzform für General Packet Radio Service. Weiterentwicklung des
GSM-Netzes, das die Versendung von Paketdaten ermöglicht. Nutzt das
verfügbare Frequenzspektrum auf sehr effiziente Weise, so dass die
Benutzer auf eine größere Bandbreite zugreifen können, als bei
herkömmlichen Verbindungen. Die maximale Übertragungsrate beträgt 115
KBit/s.
GPRS
ermöglicht die paketorientierte Datenübertragung in mobilen Funknetzen.
Der Teilnehmer belegt nur dann Kanäle im Netz, wenn auch ein
Datenaustausch stattfindet.
Merkmale von GPRS
Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 53,6 Kbit/s im Download!
Durch die Bündelung von Kanälen und der Anwendung verschiedener
Fehlerkorrekturen kann theoretisch eine Übertragungsgeschwindigkeit von
21.400 bit/s pro Kanal erreicht werden. In der Praxis werden bei max.
Ressourcenverfügbarkeit Geschwindigkeiten von 20-40 Kbit/s erreicht.
Rasend schneller Datendownload!
Heutige Endgeräte unterstützen zunächst maximal 4x-Downlink- und
1x-Uplink-Kanäle. Das heißt, dass Datendownload deutlich schneller als
–upload erfolgt.
Die günstige Verbindung!
Anders als bei HSCSD werden GPRS-Kanäle nur dann belegt, wenn ein
Datenpaket zwischen GPRS-Endgerät und Server ausgetauscht wird.
Deswegen wird bei GPRS auch nicht mehr pro Minute abgerechnet.
Für alle Client-Server-Anwendungen!
Die 1. Generation der GPRS-Handys ist für alle
Client-Server-Anwendungen geeignet. Die IP-Adresse wird bei jeder neuen
Nutzung automatisch neu vergeben.
Die Vorteile von GPRS
Die Vorteile von GPRS liegen auf der Hand:
- Eine hohe Übertragungsgeschwindigkeit
- Netz-Ressourcen werden nur bei stattfindenden Datenaustausch belegt,
d.h., eine Bezahlung wird nur fällig, wenn ein Austausch stattfindet
(Always online)
- Gebühren-Berechnung geschieht zeitunabhängig und nach Datenmenge.
- Optimal für alle IP-basierten Anwendungen (z. B. WAP, WWW,
Datenbankabfrage)
- Europaweite zukunftssichere IP-Anwendungen
- Automatische Entgegennahme (Push-Service) von Informationen ist nach
Einloggen des Clients möglich (je nach Software-Version der verwendeten
Geräte)
GPRS-Anwendungen erlauben permanenten Mail-Abgleich, WAP-Zugriff, kurze
Datenabfrage, Instant Messenger, Remote-Access über IP, aber auch ganz
normalen Internet-Access.
GPRS (General Packet Radio Service)
GPRS ermöglicht die Übermittlung von Daten und Sprache und eignet sich
somit als mobiler Internetzugang und zur Telephonie mittels
ortsungebundener Geräte.
Durch GPRS wird eine deutlich höhere Übertragungsrate ermöglicht als
bei der herkömmlichen Mobilfunktechnik GSM (9,6 KBit/s). Es sind bzw.
werden Raten von 50 bis 100 KBit/s erreichbar. Neu an GPRS gegenüber
herkömmlichen Übertragungstechniken ist die bessere Ausnutzung der
Netzkapazitäten, d.h. es können mehr Teilnehmer als bisher mit höheren
Übertragungsraten in den jeweiligen Funkzellen kommunizieren. Der
Teilnehmer nimmt nur dann das Funknetz in Anspruch wenn tatsächlich ein
Datentransfer stattfindet. Ist der Transfer beendet wird auch das
Funknetz nicht benutzt. Die Online-Zeit spielt also keine Rolle mehr,
die Gebühren richten sich nach der Anzahl der übertragenen Daten.
Bisher wurde jedem Teilnehmer eine Leitung exklusiv zur Verfügung
gestellt, ob auf der Leitung ein Datentransfer stattfand oder nicht war
unerheblich. Die Leitung war besetzt und stand anderen Teilnehmern
nicht mehr zur Verfügung.
Während eines normalen Telefonats oder einer Datenübertragung entstehen
Sprech- und Übertragungspausen. Diese Pausen werden genutzt um die
Daten des nächsten Benutzers zu übertragen. Die Leitung steht also
nicht mehr exklusiv zur Verfügung sondern der Benutzer teilt sich die
Kapazität mit anderen.
GPRS zerlegt die Gesamtinformationen in kleine Datenpakete. Ist die
Leitung frei oder es entsteht eine Pause wird dieser Zeitschlitz
genutzt um die Datenpakete, die, wie im Internet, Adress- und
Herkunftsdaten enthalten, auf die Reise zu schicken.
Bei GPRS steht nicht die Geschwindigkeit im Vordergrund sondern die
Verfügbarkeit. Nicht der einzelne zählt sondern das Netz als Ganzes.
Deshalb können auch mehr Teilnehmer als bisher die Netzkapazität
nutzen.
Engpässe und Verbindungsabbrüche in Großstädten und Ballungszentren zu
den Verkehrsspitzenzeiten werden somit ebenfalls reduziert.
GPRS verwendet bevorzugt kleinere Datenpakete da hiervon mehrere in
einen Zeitschlitz passen. Es eignet sich somit auch für
Micropaymentsysteme wie z.B. bezahlen mit dem Handy.
Für GPRS ist keine neue oder zusätzliche Hardware in den
Vermittlungsstellen notwendig. Lediglich die Software wird
aktualisiert, wodurch eine schnelle flächendeckende Verfügbarkeit von
GPRS gewährleistet ist. Allerdings müssen die Endgeräte z.B. Handys
erneuert werden.
Aus sicht der Datentransfergeschwindigkeit startet GPRS in zwei Phasen.
In Phase I wird eine Geschwindigkeit von 40 - 50 KBit/s erreicht. In
Phase II wird der Datendurchsatz verdoppelt und steigt auf theoretische
100 KBit/s. Die Datentransfergeschwindigkeit verhält sich analog zu
einem Ethernet in dem die maximale Bandbreite mit der Anzahl der
Teilnehmer steht und fällt. Das heißt je mehr Teilnehmer umso weniger
Datendurchsatz erhält der Einzelne und umgekehrt.
Im GPRS-Standart sind vier verschiedene Normen so genannte Codecs
vertreten.
Bei allen Normen können eine bis acht Zeiteinheiten oder auch
Zeitschlitze genutzt werden.
Die Physik besonders auf Seiten des Handys setzt dem ganzen Grenzen.
Würden alle acht Zeitschlitze genutzt würden die Geräte in kurzer Zeit
eine enorme Wärme entwickeln und die Energieversorgung würde kurze Zeit
später zusammenbrechen. Deshalb werden Handys softwaremäßig ausgebremst
durch geschickte Wahl der Zeitschlitze.
Real werden heute vier Zeitschlitze im Downlink und ein Zeitschlitz im
Uplink genutzt.
Dem Handy steht also viermal soviel Zeit für den Empfang zur Verfügung
als für das Senden. Eine andere Variante hierzu wäre auch die
Zeitverteilung 3/2, aber hier entscheidet die Praxis.
Hier eine Übersicht der vier verschiedenen Normen:
Coding Scheme Übertragungsrate in KBit/s
CS 1 9,05 72,4
CS 2 13,4 107,2
CS 3 15,6 124,8
CS 4 21,4 171,2
In der Praxis sollte man von 50 kBit/s ausgehen. Für eine höhere und
konstantere Bandbreite bietet sich HSCSD an.
Im GPRS sind verschiedene Betriebsarten (Klassen) von Terminals
(Handys) beschrieben.
Bei der Klasse A sind die Betriebsarten GPRS und GSM gleichzeitig
möglich, d.h. während einer GPRS-Verbindung kann der Teilnehmer auch im
GSM-System telefonieren.
In der Klasse B entscheidet sich der Anwender vor dem Verbindungsaufbau
ob er GSM- oder GPRS-Betrieb machen möchte. Während einer
GPRS-Verbindung kann ein sogenanntes CSD-Signal (CSD = Circuit Switched
Data, eine leitungsorientierte Verbindung) oder auch Anklopfen
empfangen werden. Soll auf das leitungsorientierte Anklopfen (GSM)
reagiert werden, so muss die GPRS-Verbindung getrennt werden und die
GSM-Verbindung kann aufgenommen werden.
Klasse C ist die einfachste Art der Betriebsarten, während einer
GPRS-Verbindung kann kein Anklopfsignal (CSD) aus dem GSM-System
empfangen werden.
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